Poxymedon

Trompete / Sopranposaune / Musikwissenschaft

Heimfahrtprotokolle

Heimfahrtprotokolle nenne ich Kleingedichte als SMS, die ich immer auf der Heimfahrt von der Freundin zu mir nach Hause geschrieben habe. Mir bleiben dazu zwischen 45-55 Minuten Zeit, unabhängig von der Textlänge, abhängig von Warte- und Anschlusszeiten sowie der Wahl des Verkehrsmittels, derer Kombinationen es mehrere gibt.

10.11.2013
Heimfahrprotokoll 1

Wieder fahr ich von dir fort,
zieh mich zurück vom Paarungshort.
Bei allem, was uns widerfährt,
magst du’s nicht, wenn er wieder fährt 😉

„ER“ bin ja ich, dein Heißbegehr.
Ich käme lieber wieder her,
denn eins ist klar: ebenso schwer
wie dir fällt da der Abschied mir.

Die Disziplin ist wie verhext!
Sind wir getrennt, dann steht sie stramm.
Sind wir zusamm‘,
dann wird gesext.

Diesmal gabs statt Selbstbeschiss
tief in der Nacht den Komporomiss.
Der macht mich hier zu Hause froh.
Ich sag’s dir, echt, du hattest Recht.
Das ganze ist schon besser so.

6./7. 5.2014
Heimfahrprotokoll 2

Ich fahre jetzt erst heimwärts mit der Straßenbahn.
Die S-Bahn wäre deutlich später erst gefahrn.
Und da beim Tanzsportende Regen ausgebrochen,
hab ich mit Bertha dann sehr lang gesprochen.
Jetzt weiß ich so viel wie du von neuen Plänen,
freilich musste sie auch dich und „Klaus“ erwähnen.
Wir geraten beide über die ins Schwärmen,
die nicht da sind und uns sehr das Herz erwärmen!

Fahrkartenkontrolle! Eine ganze Meute
(ca. 8 Personen) kontrolliert die Leute.
Für mich kein Problem so kurz vorm Rudolfplatz. Dort
sitz ich nun bequem und denk an dich, mein Schatz. Mich
nervt enorm, dass ich abhängig bin von diesen
ewig langen Anschlusszeiten, denn ich bin in
Form und würde lieber Fahrrad fahren wollen,
selbst bei ziemlich weiten Strecken, ohne Grollen.

Ende aus, ich bin zu Haus. Das Wetter hat in-
zwischen sich gelegt.
Ich leg mich auch, und zwar ins Bett.
Wie gern ich dich jetzt bei mir hätt –
und mich mit dir dann auch erregt!!

1.10.2014
Heimfahrprotokoll 3

War doch klar, dass ich das schaffe,
noch die letzte Bahn zu kriegen.
Wie der sprichwörtliche „Affe
auf’m Schleifstein“ mich verbiegen
musste ich mich auf dem Fahrrad,
raste dort hin und stand parat.

Glaube mir, ich will geloben –
Lyrik als Liebesbeweis! –
nie mehr musst du ängstlich toben!
Nie mehr mach ich so nen Scheiß!

[„wie der Affe auf’m Schleifstein“ ist eine sehr umgangssprachliche Ausdrucksweise um ironisch zu beschreiben, dass jemand auf dem Rennrad völlig unbequem mehr hängt als sitzt. Das ganze Treffen  war eine zweite Aussprache über Fehlverhalten.]

2.2.2015
Heimfahrtprotokoll 4
Liebste, was soll ich dir anderes schreiben als:
„Ich würde viel lieber noch bei dir bleiben“ –
und finde fantastisch, was wir uns erzählen –
von Freuden und Ängsten, die uns heimlich quälen.
Für jedes Geständnis gibt’s großen Respekt.
Das gibt Mut, so wird Ängstliches wen’ger versteckt.
Heute komme ich viel besser noch damit klar,
dass unser Beisammensein „nur etwas Kuscheln“ war.
Um so mehr freue und sehn ich mich schon
auf die jüngst zu erwartende Näheportion.

1.4.2015
Heimfahrtprotokoll 5
Was soll ich dir diesmal schreiben
in dem Heimfahrtprotokoll?
Leider kann ich nicht mehr bleiben,
fand aber das Kuscheln toll!
Weiter fällt mir auch nichts ein.
Schließ nun deine Äugelein, ich
tu das auch in einer Stund‘ und
küss im Geiste deinen Mund.

19.4.2015
Heimfahrtprotokoll 6
Die ersten Vögel zwitschern schon
und ich schreib mit dem Telefon
das sechste Heimfahrtprotokoll.
Ich akzeptiere das Adé,
da ich dich dann noch öfter seh.
Das war grandios und wundervoll,

wie wir uns grad begegneten
und uns im Bette ebneten.
Klar, wär ich gern geblieben.
Empfinde bitte keine Schuld
und ich bewahre die Geduld.
Wir lernen uns neu lieben!

8.6.2015
Heimfahrtprotokoll 7
Ich bin jetzt fast den Tränen nah,
weil wir mehr als nur Freundschaft pflegen,
einvernehmlich uns erregen
und das wieder Hammer war!
Denn davon krieg ich nie genug.

Wenn wir uns beide einig sind,
dass dieser neue Trennungspfad –
und sei er auch skurril und hart –
bewirkt, dass mein „Zwilling“ verschwind’t,
Dann ist er auch kein Selbstbetrug.

[Mit „Zwilling“ ist die andere, negative, gehässige und unliebsame Seite an mir gemeint.]

19.3.2016 Heimfahrtprotokoll 8
Der Abend war so wundervoll!
Ein neues Heimfahrtprotokoll
bewirkt mein Lächeln im Gesicht,
denn ewig schon – so kommt’s mir vor –
gab’s keinen Mut für ein Gedicht
und keinen Wunsch nach Näh‘ am Ohr.

Jetzt hoff ich sehr, dass sich erfüllt,
dass nimmer mehr ein Satz noch früllt*
kaum dass ich aus der Tür raus bin.
DAS wäre wirklich ein Gewinn
und nachhaltiges Endergebnis –
nach solch einem toll’n Erlebnis.

*Dieses Wort habe ich nicht erfunden, damit ein Reim entsteht, sondern Stunden vorher erfunden, um eine meiner deplazierten, ständig missverständlichen verbalen Verhaltensweisen mit einem einsilbigen Wort (Adjektiv: frull) zu beschreiben, für das es gar kein Wort gibt.

20.3.2016 Heimfahrtprotokoll 9
Stark! Ich bin bewegt, entzückt,
dem harten Wesen ganz entrückt!
Wir können uns einander freu’n,
so gibt’s Heimfahrtprotokoll 9
zum Dank, dass wir uns grad nicht scheu’n
uns vorzutasten ohne hasten –
buchstäblich, ich bin glücklich –
und metaphorisch, uneuphorisch.

Niemand hat den andren grad ver-
führt und nur zärtlich be-
rührt. Ein wenig wie in alten Zeiten,
ohne muffeln, gnatzen, streiten.

Ich übe, keineswegs zu klagen,
freu mich wie in früh’ren Tagen.
DU setzt eig’ne Präferenzen,
übst Verschiebung deiner Grenzen.
Alles war fantastisch sacht,
und nun, Gekoste, gute Nacht!

4.7.2016
Das zehnte Heimfahrtprotokoll

Dank dieses Abends, herrlich toll!
Ich mag sie, deine neue Art
zu wünschen und zu wollen.
Das ist selbstbewusst, keineswegs hart,
schöpfe nur aus den vollen!

Zudem wünsch dir Sachen,
ich werde sie machen,
ich habe zu dir ja Vertrauen.
Wenn du mich in deine Wohnung nimmst
und selber darüber bestimmst
was dann geschieht – wie man jetzt sieht –
werden wir dann mal schauen 😉

6.7.2016
Elftes Heimfahrtprotokoll.
Ich fürchte, dir geht’s nicht so toll.
Liebste, für die ich doch brenne,
gibste mir ein Zeichen? Kenne
ich dein Werben nur zu schlecht
und ist das Schreiben beiden recht?
Stimmte wieder nicht mein Ton-
fall, nach dem Anruf, war das Hohn
weil meine Wortwahl doch zu schroff
war, was ich jetzt wirklich nicht hoff?

Bitte denk daran vor allem,
ich bemüh mich, zu gefallen!
Nun bin ICH verunsichert
was ich dir vielleicht hab beschert.
Ich meine es NUR informell,
nicht angeödet, es ging schnell.
Die Missverständnisse sind sch…eibe,
denk NICHT, dass ich Spielchen Treibe!!
Es gilt, diese auszuräumen –
wollten wir einander träumen.

30.7.2016
Heimfahrtprotokoll 12
Zügig bin ich Rad gefahren
um den Zug noch zu erwischen,
in dem ich gerade sitze.
Jetzt wird heim nach Köln gefahren,
dann werde ich mich erfrischen.
Alles war heute nur spitze!

Ich fand’s wundervoll und prickelnd
uns die jeweilige Freude
anzusehn, sanft zu betasten,
dich beim Paartanz einzuwickeln,
schwofen unter netten Leuten.
Nächst’mal Abschied ohne hasten!

11.8.2016
Heimfahrtprotokoll 13
Was macht der Lustwunsch aus dem Manne?
Er pflügt seinen Tagplan um,
rast mit dem Rennrad volle Kanne
ohne Licht bei grün und rot
zum Bahnhof, fährt fast Leute um
in sehnsüchtiger Liebesnot

und kauft dir schnell noch Schokolade,
hofft, dich damit zu „erweichen“,
überall dich dann zu streicheln,
um das Geld ist’s eh nicht schade,

kriegt ganz knapp noch die S-Bahn
und ist sich bei dir längst im klar’n:
egal wie lieb wir uns umgarn’n –
wenn DU es wünschst, wird heimgefahr’n.

Nun fahre ich auch wie geplant –
ich hatt‘ es irgendwie geahnt,
heute wurde nicht „abgasahnt“ –
zu mir zurück das lange Stück.
All das hat er mit mir gemacht.
Jetzt schlafe ‚besser‘, gute Nacht!

„Er“ in der vorletzten Zeile ist der Lustwunsch der ersten Zeile. Was tut Mann nicht alles in der Hoffnung auf Sex mit seiner angehimmelten? Weit mehr, als auszugsweise in diesem Heimfahrtprotokoll steht. Die Freundin hatte mich durch ein Telefonat spontan zu sich eingeladen. ‚Besser‘ schlafen ist wörtlich, nicht als Modalpartikel gemeint, denn der allgemeine Wunsch „Schlaf gut“ ist für die gemeinte Freundin unmöglich, die NIE gut schlafen kann, weil sie chronische Schmerzen hat und krank ist. Also habe ich mir irgendwann überlegt, den Gutenachtwunsch zu modifizieren und wünsche ihr deshalb nur noch wörtlich „Schlaf besser“. Darauf bezog sich dieser Hinweis.

Heimfahrtprotokoll 14
(19.9.2016)

NUN konnt‘ ich nicht länger bleiben,
knutschen war nicht unser Ziel,
doch meist erhoff ich davon viel
statt Paartanzschritte aufzuschreiben.

Es war klar geplanter Zweck:
die Fehlzeit aus dem Tanzsporthaus
verwenden wir bei dir zuhaus
und nach der Frist fahre ich weg.

Die Abmachung hab ich erfüllt,
nicht rumgedruckst und Zeit geschunden,
keinen Trennfrust überwunden,
nicht genörgelt, nicht gebrüllt.

Wollen wir uns mal beizeiten
nur zum Schreiben bei dir sehen,
die Figuren durchgehen
und uns rein technisch vorbereiten?

Vorschlag: nach dem „Gruftiball“.
Bis dahin müssen wir viel proben,
wie du tanzt in deinen Roben,
dass du bloß nicht kommst zu Fall.

[Hintergrund: Wegen Schlossaustausch am Tanzsportklubheim hatten wir keinen Schlüssel mehr und mussten das Gebäude verlassen, ohne noch Paartanz trainieren zu können. Wir verlagerten das Notieren neuer Figuren in die Wohnung, sie setzte mir eine zeitliche Frist, wann ich wieder zu gehen hätte. Der erwähnte „Gruftiball“ ist eine Spezialparty der Diskothek Shadow in Leverkusen am 30.9.2016, wo es um „höfisches Tanzen“ und „Dark Romantic-Music“ geht. Dort findet ein Wettbewerb mit Abendgarderobe und Paartanz statt, an dem wir teilnehmen und uns darauf vorbereiten wollen.]

6.2.2017
15tes Heimfahrtprotokoll,
schon lange schrieb ich keines mehr.
Mir fiel einfach nichts ein zu dichten
wegen uns’rer Trenngeschichten.
Jetzt nach langem hin und her,
wiedervereint, lüstern und toll

wird uns’re Welt wie frisch verliebt
gehoben aus den alten Angeln.
Neue Türen öffnen sich,
du wartetest so lang auf mich.
An Ernsthaftigkeit sollt’s nicht mangeln!
Wundervoll, dass es dich gibt!

13.2.2017
16tes Heimfahrtprotokoll

Diesmal fahr ich heim zu mir und
HABE das Gefühl von „WIR“
durch Einsicht, Läuterung, Vernunft,
trotz Angst vor ehrlicher Auskunft
zu meiner Seelenwelt. Obschon –
meist geht es um Information
zu meiner eig’nen Emotion.

Nun sag ich dir, kaum bin ich fern
(aus deiner Wohnung raus): im Kern
ist mein Bemüh’n um Ehrlichkeit
von deiner Welt gar nicht so weit.
Bloß reicht nicht nur „schweben auf Wolken“,
Worten müssen Taten folgen.
MEINE Taten – weiß ich schon.
Deine Liebe ist mein Lohn!

14.3.2017
17tes Heimfahrtprotokoll

Liebste Freundin, das war spitze!
Jetzt, wo ich nach Hause flitze
sende ich dir auch mein’n Dank.
Die Stützkreuze für deinen Schrank,
das Haribo und die Musik,
die Kekse, Saft, Tomatenbutter,
das sonstige Knabberfutter,
lila Decke, Einkaufs-Chip –
ich habe für uns einen Tipp:
wir wiederholen das alsbald
wenn jemand von uns Sehnsucht kriegt.

Die ganzen Dinge dienten sehr
der schönen Wohlfühlatmosphäre.
Eine „Rechnung“ ist noch offen:
Du darfst auf Massage hoffen!
Geben wir uns bald die Ehre,
komm ich dafür wieder her.

10.4.2017
18tes Heimfahrtprotokoll

18 Heimfahrtprotokolle schrieb ich schon am Ende unseres Tages.
18 Mal im Laufe  von 5 Jahren und meist Nächten dir zuliebe.
Wenn du irritiert oder verunsichert bist: keine Scheu, dann sag es.
Beide wollen wir uns ändern. Schlecht wär, wenn’s bei Fehldeutungen bliebe.

Wo wir nicht mehr weiter wissen, hilft (d)ein Profi – würd’s die Kasse zahlen.
Irrtümer und Missverständnisse in unserer Beziehung tauchen
leider immer wieder auf und sorgen dafür, dir falsch auszumalen,
wie und was ich denke. Locker beiben. Gestern war das nicht zu brauchen.

„Zeit heilt alle Wunden“ heißt es, leider ist das pure Metaphorik.
Manche Wunden heilen nie im Leben eines Menschen. Sie vernarben.
Meine Worte klingen gleich wie früher, aber sind mehr als Rhetorik.
Lass dir helfen, wie und wo ich kann. Sprich über alles, stell mir Fragen.

[Im 18ten Heimfahrtprotokoll stehen in jeder Zeile genau 18 Silben, spontan entschieden beim Schreiben. Der „Profi“ ist der Traumatologe und Psychotherapeut, um dessen Fortsetzungstherapie sie ständig mit der Krankenkasse kämpfen muss.]

21.5.2017
19tes Heimfahrtprotokoll

Wohlbehalten angekommen,
erstmals mit Automobil und
diesmal sogar selbst gefahren
hätt ich dich gern mitgenommen.
Auf den Straßen fuhr ich viel und
hatt zum Glück keine Gefahren!

8.11.2017
20stes Heimfahrtprotokoll

Nun hab ich mich nicht losgerissen,
wo der Abschied näher rückt.
Wir taten das, was uns beglückt
(voll stark, dass du so gut bestückt
bist, mit dem, was ich nie vermissen

will), Geknutsch und Handgemenge
füllten uns’re knappe Zeit.
Für dich fahr ich gern meilenweit
(wie letztens Koblenz als Begleit-
ung) einvernehmlich ohne Zwänge!

30.11.2017
21stes Heimfahrtprotokoll

Ich schätze mich gerade total glücklich
für solch einen gelung’nen, schönen Abend
mit Popcorn und der Ser’je „Captain Future“.

Das war auch ohne Quickie sehr erquicklich.
Beim Kuscheln tranken wir, dein Eis war labend
und innig gaben wir uns mehrmals Knutscher.

Dein Schlafmangel begründet, dass wir beide
wieder getrennte Wege gehen müssen.
Vernunft und Disziplin sind jetzt korrekt.

Das ist nichts mehr worunter ich noch leide,
weil wir uns auch zum Abschied innig küssen!
Das Mittel, das wir wähl’n, heiligt den Zweck.

19.12.2017
22. Heimfahrtprotokoll

Von dem, wie wir uns grad verwöhnt
und uns den Abend auch verschönt
haben
bin ich jetzt wundervoll bedröhnt 😉

Laben
wir uns doch einfach öfter mal
im Schwimmbadwasser, ganz termal
oder dort auch im Ruhesaal.

Das Wasser macht fast schwerelose,
lässt uns in der Badehose
kribbeln, dank der Kuschelpose.

Von so viel körperlicher Pracht,
die Lustgefühle uns entfacht,
verbring’n wir bis vor Mitternacht

die Zeit anschließend noch bei dir
genießerisch mit Saft statt Bier
und Lust und Liebe! Ich kapier!

20.12.2017
23. Heimfahrtprotokoll

Das Ende des Abends und dessen Verlauf,
dass du rausgehen musstest – ich nahm es in Kauf –
regte dich mehr als mich zu jenem Thema auf.

War das Thema jetzt Geld oder doch wieder ich?
War’s mein Umgang mit dir, war’s die Art oder nich?
Jedenfalls respektier’n wir uns einvernehmlich.

Das Thema ist einfach für heut zu komplex.
Deshalb gab’s zum Ausklag eben auch keinen Sex?
Ich versprech dir, ich melde mich schnell bei dir, zwecks

einer Fortsetzung unserer Konversation
zu gegebener Zeit. Vielleicht Donnerstag schon?
Bitte freu dich ob dieses Gedichts per I-Phone!

Ich bin nicht verärgert, verhärtet, vergrollt.
Was ich dir hiermit auch versönlich sagen wollt‘:
gibt es Streit, wird ihm würdig auch Anstand gezollt!

21.2.2018
24. Heimfahrtprotokoll

Es hat geklappt, ich fahre Bahn.
So früh bin ich noch nie gefahr’n.
Ich fühle mich nicht rausgeschmissen.
Beide waren wir beflissen
einen Zeitplan einzuhalten.
Was sind wir für Nachtgestalten…

Paartanzübungen im Zimmer
wiederhol ich mit dir immer!
Keine Zeit wird so verschwendet,
grade wenns erotisch endet!
Endet es mit Tränen gar, ver-
lass dich auf mich, ich bin da!

1.7.2018
[Heimfahrt vom Spieletreffen aus Krefeld]
Oh Liebste,
die Spielerunde löst sich jetzt erst auf.
Gewonnen hab ich auch mal, bin gut drauf.
Zu dir zu fahren wär dir jetzt zu spät.
Wär auch nicht gut, meine Verdauung bläht
und was ich gern am liebsten mit dir tät‘,
stieg ich alle Stufen zu dir hinauf:
wir trinken Alkohol, dann gibt’s Geschnauf ;->

Nun ja, am Dienstag komm ich und mach „Dienst“
und wenn du bei Zufriedenheit dann grienst,
dann habe ich das Putzen gut geschafft,
denn leider fehlt dir dafür noch die Kraft.
Statt Alkohol gibt’s sicherlich nur Saft.
Ich wünsche dir, dich plagt dann auch nicht Gilme,
denn DU willst letztlich ja AUCH nicht bloß Filme ;->>

8.7.2018
25. Heimfahrtprotokoll
Beim Lesen meiner SMS fall’n mir die Augen zu.
Die schönste Zeit des Wochenendes schenktest mir auch DU.
Ich wurde ja noch nie im Leben zweifach eingeladen
zu solch tollen Geburtstagsfeiern ohne was zu haben.
Ich fühl mich „aufgewertschätzt“ und von dir konkret verstanden,
ich bin wer, hab Selbstreflexion, die geht nicht mehr abhanden.

7.8.2018
26. Heimfahrtprotokoll

Heimfahrtprotokolle schreiben
dient meist nur dem Zeitvertreib,
wenn ich nicht länger bei dir bleib.
Poetisch kann ich Späße treiben,
die Gedanken neu sortieren.
Schweigen sollt‘ ich beim rasieren.

Nun bin ich durch dich „erneuert“,
Musterbart und Haarspitzen
hast du gestutzt bis in die Ritzen.
Ich find’s gut und nicht bescheuert.
Sollte das nochmal sein müssen,
rasier ICH mich kahl – zum küssen!

3.12.2018
27. Heimfahrtprotokoll
Warten, warten, sitzen bleiben,
dichtend mir die Zeit vertreiben,
was die Stimmung mir vermiest –
wärst da nicht du, die das hier liest.
Anonyme Lyrik schreiben
ist oft zum Nerven auffeiben.

Züge, die Verspätung haben,
ausfallen und gar nicht fahren,
sind des Fahrgasts täglich Frust,
alternativlos, denn du musst
bisweilen ganz nach Hause traben
oder trittst auf Fahrradnaben.

Bettler nerven mich beim Warten,
wollen „Geld für Zugfahrkarten“.
Obdachlose füllen Taschen
mit Müllnahrung und Pfandflaschen.
Jemand tritt den Automaten,
weil sein Flugzeug gleich würd‘ starten.

Die Verbindung, die ich nehme
(wenn die S-Bahn endlich käme)
kreuzt den Köln-Bonner Flughafen.
Gleich zuhaus ist’s Zeit zu schlafen.
Dass die Bahn sich kräftig schäme
wegen ständiger Probleme!