Poxymedon

Trompete / Sopranposaune / Musikwissenschaft

Liebe und Erotik

Wer „Erotik“ mit Sex oder Pornografie verwechselt, ist hier falsch. Wenn „im Internet“ von „Erotik“ die Rede ist, dann ist immer Sex gemeint, und wenn von Sex die Rede ist, gibt’s sowieso nichts zu sehen, was nicht jugendfrei wäre – oder es ist dann doch Porno gemeint.

In meiner Liebeslyrik streife ich die Erotik stilvoll, die bösen Wörter werden nie genannt (und brauchen auch gar nicht genannt zu werden), aber Liebe kann bekanntlich skurrile Blüten treiben, bei mir war sie für etliche Gedichte inspirativ.

Google die Kugel
Wenn sie ihn an die Kugeln lässt,
ihn sanft an ihre Kugeln presst
und er ihr an die Kugeln fässt,
dann werden ihre Kugeln fest
– sozusagen kugelfest –
und ist schön wie das Kugelfest,
weil er endlich das googeln lässt!
(31.3.2014)

anhören 1

anhören 2

14.10.2012
Ich schmelze stets,
wenn ich dich kose!
Ob steh’nd oder in Liegepose,
heißt’s nicht schlicht „wie geht’s?“
Ich wälze mich, dich zu beknoten
himmlisch gern im Bette dein.
Dort tauschen wir oft Anekdoten
neustens meine Poeseien
und gestern sogar Melodeien
– schließlich sollst du glücklich sein!
Ich bin super gerne dein!

9.9.2013
Unmoralische Angebote
[Überschrift nachträglich ergänzt]

Oh la la du Liebste meine,
hängst zu Hause rum alleine
und funkst mir erot’sche Reime?

Widerspricht das nicht den Sitten?
Wähnst mich jetzt an deinen Titten
und ich??? Sitz an Audioschnitten!

Die hab ich zu Produzier’n,
zusamm’zustell’n und zu kopier’n
und muss dann alles kontrollier’n.

Ich muss hier auf den Bildschirm blicken
„Fade out“, „Cut“ und „Speichern“ klicken;
würd‘ auch lieber mit dir f…lachsen!

Ich weiß, heut ist dein großer Tag,
was vor 2 Jahr’n am Paartanz lag
und nun ist unsre Welt nicht karg.

So lang sind wir auch bald ein Paar.
Was macht da schon ein halbes Jahr
als ich dein Tanzlehrer nur war…

Könntst du dir vorstell’n aufzubrechen
(weist schon, wegen uns’rer Schwächen 😉
statt bloß mit mir fernzusprechen?

Ich hätte zwar noch viel zu tun,
du könntest aber bei mir ruhn,
und morgen früh entschwinden. Nun?

13.5.2014
Liebeszeichen funkst du mir,
sie lenken sehr oft meinen Blick
auf einen runden Gegenstand.
Den nehme ich in meine Hand
und senk zum Schnuppern mein Genick:
„La vie est belle“ – wärst du doch hier!

Im Glas verschlossen ist dein Duft,
gesprüht von dir auf’s Taschentuch.
Mein Schreibtisch zeigt es mir schon lang.
Tagtäglich sehe ich es an
und ist der Sehnsucht nicht genuch,
dann liegt er wieder in der Luft.

[„La vie est belle“ ist der Name eines neu erschienenen Frauenparfüms, das ich zu unserem 15. Monatstag verschenkte. Damit hatte die Freunin (wie im Gedicht beschrieben) eines meiner Taschentücher besprüht und in ein kleines leergespültes Marmeladenglas getan. Dieses Glas steht seitdem auf meinem Schreibtisch und wird gelegentlich zum Schnuppern geöffnet. Der Duft hält seit vielen Monaten an.]

15.5.2014
Verführerische Post
Ich könnt vor Freude ausrasten!
Grad öffne ich den Postkasten
und seh dort drinnen deinen Brief.
Doch damit ist es nicht genug!
Bei meinem ersten Atemzug
quillt süßlicher Verführungsmief
heraus und macht mich irre froh,
ermuntert meine Libido!

Noch nie im Leben schickte mir
ne Frau Parfüm auf Briefpapier!
Ich hätte fast schon im Affekt
statt dich die Karte abgeleckt
die du in den Umschlag gesteckt
hast… Magst du heute noch mein
Gast sein, lade ich dich sofort ein,
denn dein Parfüm weckt in mir Gier.

Ich träume, du bist jetzt schon hier
bei deinem tollen Supermann.
Der Duft fängt stark zu wirken an.
Ich hab jetzt Zeit und wünsche mir,
wir lassen alles andre sein,
brennen keinen Schnaps, brauen kein Bier,
gären keinen Most, keltern keinen Wein,
wollen andere Kost, brühen kein‘ Kaffee,
pressen keinen Saft, kochen keinen Tee.
Durch dein Aphrodisiakum
seh’n wir uns hier und machen rum!

Was hältst du denn von der Idee?
Ruf bitte an und sag nicht „nee“!
Mich anzurufen wär jetzt prächtig,
werd von Sehnsucht übermächtigt.
Bist du noch wach und magst mich sprechen,
ohne die Nacht durchzuzechen?

3.3.2012
Liebste mein!
Verlass dein Heim,
schau bei mir rein
und bringe mir:
das Zelt, das Kissen und Papier
mit meiner Analyse drauf.
Genauso meine Schutzkleidung
und küss mich dann. Sei ganz wohlauf!

17.12.2013
Spaß von Donnerstag bis Samstag
[Überschrift nachträglich ergänzt]
Geliebte, jetzt steht der Termin:
um 19:00 Uhr am Freitag ist
das Paartanztraining. Ich geh hin
und bist
du deshalb nicht geknickt,
gibts Donnerstag „Philharmusik“,
am Freitag dann Essigfabrik*
und wenn es sein soll wird geflaxt ;-)=)
wenn ich zu dir den Weg abknick.

Das ginge nur am Donnerstag,
weil, wie vereinbart, am Freitag
ich zu mir ganz allein fahr’n muss.
Dann gibt es NUR nen Abschiedskuss
nach all dem Gruftitanzgetummel** –
und kein heftiges Gefummel.
Sonst gern Spaß für unsre Lende,
nur nicht dieses Wochenende.

[*Die Essigfabrik ist in Köln heute keine mehr, sondern zu einer Diskothekenmehrzweckhalle umgebaut worden
** Gruftitanzgetummel = Diskoveranstaltung für die Gothicszene, die hier immer am dritten Freitag im Monat stattfindet]

10.4.2014
Liebste Freundin, größten Dank
für diese Mikrodatenbank
mit all den Supermarktadressen!
Jetzt brauch ich mich nicht selbst stressen
und häng bald die Zettel auf
mit meinen Dienstleistungen drauf.

Heute folgte ich dem Rat
von dir und schritt mittags zur Tat:
ich funkte uns’re Gudrun an
und dichtete ne SMS,
damit ich’s heut auch nicht vergess
und ständig denk „jo, irgendwann“.

Sie antwortete bislang nicht
auf dieses Aufmuntergedicht.
Vielleicht sind Reime nicht ihr Ding,
weil dann alles so künstlich klingt.
Mal kucken, ob da noch was kommt.
DIR antworte ich aber prompt

und würde dich jetzt gerne küssen:
bei der Stirn wird angefangen,
Nase, Lippen, beide Wangen,
runter bis ins Dékolté,
die linke und die rechte Titte,
noch tiefer zur Körpermitte,
dann jeden einzelnen Zeh
strikt vertikal bis zu den Füßen.

Ich schreibe nicht, wie’s weitergeht.
Das ist für uns’re Fantasie,
sonst endet das Gedicht ja nie.
Viel schöner ist solch Poesie,
gedichtet mit viel Akribie,
mit dir in der Realität!

Nun weißt du, woran ich grad denke
und mich von der Pflicht ablenke,
arbeitend im Internet. Hach,
wär’n wir doch im selben Bett
und machten „Krach“! Komm wieder her!

Ich liebe dich! Dein Heißbegehr

30.8.2014
Poetische Ankündigung
Fühl dich bitte nicht versetzt!
Um all das Unglück zu kapier’n
muss ich es rekapitulier’n.
Ich weiß, ich hatte dich verletzt
und brech deshalb die Abstinenz.
Das wirkt dann nicht so ausgegrenzt.

Meine Botschaft kurz und schlicht:
Ich schreib grad an ’nem Briefgedicht
zur Stärkung unserer Versöhnung.
Klassik hör ich volle Dröhnung,
während ich am grübeln bin
und stütze meinen Kopf auf’s Kinn.

Morgen soll es fertig sein.
Danach wär ich ungern allein.
Ich wette, du denkst ebenso
und wärst über ein Treffen froh.
Ich kann nur heut nicht zu dir rasen,
fehl’n mir doch noch viele Phrasen.

Weißt du, für mich ist der Reiz
es zu vollenden, denn mit Kunst,
mit Eifer und ganz viel Ehrgeiz
erobere ich deine Gunst.
Natürlich nicht mit Kunst allein,
es darf auch ein Strauß Blumen sein.

Wenn du jetzt denkst „Komm in die Puschen!
Lieber heute als erst morgen!“
müsst ich mich rasier’n und duschen.
Leider hab ich auch noch Sorgen,
brauch etwas Enthaltsamkeit.
Doch morgen fühl ich mich so weit.

Du bist immer noch mein Schwarm!
Ich nehm dich morgen in den Arm,
denn Freude will ich dir bereiten,
nicht mich heftig mit dir streiten,
steh viel mehr auf Zärtlichkeiten
und freu mich auf bess’re Zeiten.

14.9.2014
Ehrliche Anfrage
Willst du, dass nach dem Konzert
jeder zu sich nach Hause fährt?
Oder bleiben wir nachher
(ich mein, ich will ja stets auch mehr 😉
dann etwas länger noch bei dir
um noch verknotet rumzukuscheln
(mehr wag ich hier nicht zu nuscheln)?
Wenn du magst, dann sag es mir.

Wollen wir mehr als nur küssen,
werd ich mich rasieren müssen.
Wenn aber nichts sonst passiert,
selbst wenn wir danach zu dir fahren,
bleib ich lieber unrasiert
und kann ne Stunde Zeit einsparen.
Du sollst nicht zu Stoppeln klagen
und ich will hier bloß mal fragen.

===============

Schon ist’s wieder nach Null Uhr
Ich arbeite am Rechner stur,
der wird auch gleich nicht ausgemacht
und dir wünsche ich: gute Nacht.
Die Arbeit will ich unterbrechen,
magst du jetzt noch mit mir sprechen?

==============

Geliebte, ich leg mich jetzt hin
und freu mich, dass ich dein Freund bin!
War auf dem Klo.
Du machst mich froh!
Dir wünsch ich deshalb ebenso
gesunden Schlaf, mein sexy Po!

7.10.2014
Wenn ich dich noch sprechen kann,
dann ruf mich nach der Heimkehr an,
denn Sehnsucht haben, dich vermissen,
auch kein Sex ist echt beschissen!

Ich fühl mich wie auf Bewährung,
nur noch Luft ist die Ernährung,
keine Liebe mehr dazu.
Ich will dich wieder fühlen, du.

24.11.2015
Jetzt, anstatt mit dir zu schwätzen,
will ich dir ein Zeichen setzen,
sende dir >>schlaf besser<< – und:
tue dir absichtlich kund, dass
die Kritik von dir an mich
mich langfristig macht nachdenklich.
Ich will nicht ‚abgeschaltet‘ sein
(so wie du es seit kurzem nennst).
Bevor du also gleich einpennst,
gibts diese Verse obendrein.
Ich sehn‘ mich nur nach dir allein!

26.11.2014
Heute wär ein großer Tag und
ich will dennoch an dich denken,
weil ich dich ungebremst mag. Ich
könnt dir fast 2 Rosen schenken.

Leider sind wir kein Paar mehr und
darum kriegst du kurz und schlicht,
das Gegenteil wünschte ich her,
von deinem Exfreund ein Gedicht.

5.12.2015
Seit Gestern gibt’s nichts neues hier,
wir haben uns alles erzählt.
Und trotzdem schreibe ich jetzt dir,
weil schwer es mir schon wieder fällt,
auf vieles ewig zu verzichten:

Paartanz, kuscheln, Diskothek,
die vielen Stunden ich & du,
Philharmonie, zu dir der Weg.
Das lässt mir alles keine Ruh
und treibt mich an, davon zu dichten.

Denk jetzt nicht: >>Ihn ruf ich an<<
und auch nicht >>Er ist nur frustriert.
Er sagt’s nicht, macht mir aber Schuld-
gefühle, dieser „arme“ Mann
und hofft auf Sex, der nicht passiert.<<

Da ich mich dir verbunden fühle,
suche ich beim Schreiben Trost,
bewahre weiter die Geduld,
will uns’re Seelenwunden kühlen.
So ist’s leider ausgelost.

7.1.2014
Ich will am liebsten zu dir fahren,
um die Nacht bei dir zu bleiben,
erst den Rest der Pizza garen
und es danach mit dir treiben.
Schau mal, ob das heute geht.
Morgen wär auch nicht zu spät.

4.11.2014
[Geteilter Duftreiz]
Lies hier meinen neusten Spruch.
Es geht um deinen Wohlgeruch.
Er ist in meinem Taschentuch
wenn ich in meiner Hose such.

Seit Wochen schnäuze ich hinein.
Hygienisch ist das zwar unrein,
doch lässt der Duft einfach nicht nach
und macht mir Sehnsucht jeden Tag.

Ich möchts am liebsten nie mehr waschen,
kann so jeden Tag dran naschen,
einen Hauch von dir erhaschen,
wenn ich nicht zuhause bin.

Denn du weißt, in einem Glase
auf dem Schreibtisch in mei’m Raum, steckt
noch das zweite für die Nase,
hält den Reiz auch nicht im Zaum.

Wo auch immer dein Freund weilt,
dein Wohlgeruch ist zweigeteilt.
Ein bisschen bist du so bei mir –
unmöglich, wär ein Tuch Papier.

23.8.2015
Jetzt wo ich weg bin fällts mir ein:
du tatst mein Müsli bei dir rein.
Bring mir das bitte „heute“ mit,
wenn wir uns beide tanzen fit.
Ansonsten bin ich sehr geknickt }-‚=
Ich hätt so gern mit dir geflaxt.
Jetzt hast du mich nach Haus geschickt,
weil du nur einsam seien magst.

7.6.2013
Ich denke an dich ganz beschwingt
wenn wir nicht bei einander sind,
weil dann nicht meine Stimm‘ erklingt
und ich dich richtig super find.

Wertvolle Zeit, wie wir sie nutzen
und getrennt der Sehnsucht trutzen
hat schlussendlich großen Sinn,
wenn ich auch mal alleine bin.

Allein sein heißt nicht einsam sein!
Ich bleibe Dein und du die Mein‘.
Die Liebe wird weiter gedehnt
– selbstverständlich, keine Frage –
da macht’s doch nichts, wenn man sich sehnt
die 2, 3, 4 und auch mehr Tage?

So kriegt die Wehmut die Wende
übers neue Wochenende.
Es wird nicht das letzte für uns sein.
Nur eben nicht einsam, bloß allein.

8.3.2015
Deine Planung war famos!
Jetzt muss ich schon wieder los.
Dich, die Freundin, find ich stark!
Wir sahen uns erst noch im Park.

Jetzt fahre ich zum Tanzen los,
doch noch viel lieber wäre mir,
ich wäre weiterhin bei dir
und meine hand nah deinem Schoß.

Kannst du meine Sehnsucht teilen?
Nach dem Tanz gibt’s keine Pause,
ins Konzert und nicht nach Hause,
dann möchte ich zu dir eilen.

19.8.2013
Du hast die Lust besiegt
und ich die Bahn gekriegt.
So kam ich nicht zu spät.
Wie’s ab jetzt weitergeht
wurde ja abgemacht,
damit in ein paar Tagen
das Herz schon wieder lacht.

28.10.2013
Vor dem Verlassen der Wohnung
[Überschrift nachträglich ergänzt]

Ich hatte noch bei dir geträumt
und du gabst mir den Abschiedskuss,
da wusst ich, was ich machen muss
und hatte das Bett aufgeräumt,
nachdem ich aufgestanden war
und dann wurde mir weitres klar:

Ich zolle dir nun meinen Dank,
spüle Geschirr und das Besteck
und wenn du heimkommst, bin ich weg.
Das tu ich gern für Speis und Trank.
Das Wegschmeißen von Flaschenglas
und Altpapier machte auch Spaß.

Die Spülmaschine hab ich eingeräumt,
den linken Hängeschrank noch ausgewischt,
das Spulbecken entschäumt.
So siehst du keinen Rest von Seifen.
Dreck ist auch keiner im Abflusssieb.
All das hilft deiner Heilung reifen,
weil ich dich  – wie du mich – lieb.

Leider schreib ich nicht spontan
beim Fahren in der Straßenbahn,
denn jetzt sitz ich immer noch hier
und dichte auf Restaltpapier,
solange draußen Regen fällt,
bis sich der Himmel neu aufhellt.

10.4.2014
Hallo Mara, meinst du nicht,
aufheitern wird dich ein Gedicht
aus Köln, weil du in Gießen bist
und man einander nicht vergisst?
Der Freundin schreib ich sowas gern.
Du bist uns nah und trotzdem fern.

Vergessen
sei dein falscher Freund,
der deine Sehnsucht eingezäunt
und nicht für dich entschieden hat!
Nur Mut bei dir zuhaus in Hessen!
Da biste platt!? (-: