Poxymedon

Trompete / Sopranposaune / Musikwissenschaft

Songs & Songtexte

Die Songtexte sind teilweise schon vertont, oder sie sind dafür vorgesehen. Ich fände gut, wenn jemand anderes meine Texte unverändert vertonen will, wenn freilich mein Urheberrecht gewahrt bleibt.

Ich möcht ihr näher sein
(Reggae im 3/4-Takt)

Dieser Song ist der zweite, den ich produziert habe. Ich habe ihn komponiert, arrangiert, getextet, die Sopranposaune gespielt und die Aufnahmen geleitet. Es gibt ihn in zwei Versionen, von denen die „Radioversion“ die hier nachfolgende ist – typisches Frauenthema, aber keine Liebesgeschichte! Produktionsjahr 2008.

Strophe 1
Heute Abend  will ich dufte riechen und mach mich schick,
denn nur wer gepflegt und attraktiv in eine Disco geht
hat vielleicht Chancen auf einen tollen Flirt.

Im Club nah der Tanzmasse
erspäh ich ne Frau, dich find ich voll klasse,
doch ich ahn wie gewöhnlich,
dass da sowieso nichts draus wird.

Bridge 1
Sie trägt enge Kleidung welche wirklich nicht viel verbirgt
von ihrer faszinierenden Figur.
Am liebsten spräche ich sie an, doch wie mach ich das nur?
Der erste Versuch zählt, sonst ist die Chance verwirkt!
Ich bin stets verschüchtert bei jeder für mich tollen Frau
und nur frustriert, weil ich mich dann nie trau!

Refrain 1
Ich möcht ihr näher sein
und hätte Lust mit ihr auf Reibereien
mit Händen, Wangen, Nase Mund und Bein.
Doch solche Träume lass ich besser sein.

Ich möcht ihr näher sein
und fürchte, sie denkt „Du bist nicht mein Typ“.
Sie fühlt sich wahrscheinlich für mich zu fein,
wo ich noch an meinen Anmachsprüchen üb.

Strophe 2
Wie krieg ich raus was sie grad denkt
und ihre Aufmerksamkeit auf mich lenkt?
Was ist wenn ich unauffällig zu ihr geh
und sie wie zufällig dann anlächle wo ich steh?
Oder greife ich nach ihrer Hand und zieh sie weg vom Parkett
an einen Tresen?
Denkt sie wohl ich will nur ihr Bett?
Dann war’s das wieder mal gewesen.

Bridge 2
Wenn jemand so gut aussieht kann das auch einen Nachteil bedeuten.
Denn keiner wagt sie anzusprechen – egal wo.
Man denk: hier läuft ja sowieso ihr Freund unter all diesen Leuten
rum, und holt nur Bier oder pisst auf’m Klo.
Ich stell mir gerade vor ich stünd schon nah an ihrem Ohr
und dann sage ihr cool und schlicht: „Hey du! Hör zu:

Refrain 2 / Proklamationsteil
Ich möcht‘ dir näher sein.
In deiner Gegenwart fühl ich mich klein.
Ich bin nämlich kein Macho-Schwein
mit Goldkettchen und Edelstein.
Ich möcht’ dir näher sein.
Magst du was trinken? Dann lad ich dich ein.
Um hier zu plaudern muss man wirklich schrei’n.
Tipp meine Nummer in dein Handy ein.
Ich möcht’ dir näher sein.
Schau’n wir nachher noch mal wo anders rein?
Dann steig ich zu dir mit ins Taxi ein.
Ich hab kein Auto, nicht mal Führerschein.
Ich möcht’ dir näher sein.
Vor Aufregung quatsch ich nur auf dich ein.
Im Gegensatz zu dir bin ich allein.
Fahren wir nachher gemeinsam heim?
Was meinst du?“

Gitarrensolo

Bridge 3
Damit ich sie nicht aus den Augen verlier
tanze ich ganz in der Nähe von ihr.
Da treffen sich unsre Blicke!
Sie tanzt zu mir und ich nicke! Boa!

Refrain 3
Sie will mir jetzt wohl auch näher sein
und lässt sich auf gemeinsam tanzen ein!
Schaut mir sogar tief in die Augen rein!
Vor Aufregung fang ich gleich an zu wein’n.
Wenn du weißt was ich mein?
Du bist total mein Typ!

Schon fassen wir uns an den Hüften an
und drücken uns auch immer enger ran.
Fehlt nicht mehr viel, dann gibt’s den ersten Kuss,
aber vorher löst sich die Umarmung
und du machst mit dem Schwoofen Schluss.

Interlude
Ganz wie es aussieht findest du mich wie ich dich auch attraktiv.
Wir spür’n nichts mehr vom Zigarettenmief.
Lass uns mal plaudern, komm wir setzen uns dort drüben aufs Sofa.
Den Restabend verbring ich sowieso hier.

Coda / Outtro
Und wenn wir uns nachher getrennt von hier entfern’,
möchte ich dich ehrlich kennen lern’
und wünsch uns wörtlich ein „auf Wiedersehen“!
Ich möchte dir näher sein,
meld’ dich, komm gut heim!

Dies ist bereits die zweite Fassung, gekürzt und neu getextet. Ursprünglich gab es eine noch viel längere Privatversion für eine angehimmelte Frau, die mich verschmäht hatte. Jene Version enthält einen kompletten zusätzlichen Formteil, eine weitere Strophe und ist voller Anekdoten, die außenstehende nicht verstehen brauchen. So hört sie sich an:

 

 

Ich zahle keine GEZ-Gebühr

Dieser Song ist der erste, den ich produziert habe. Ich habe ihn komponiert, arrangiert, getextet, die Sopranposaune gespielt und die Aufnahmen geleitet. Er enthält verschiedene Stilistiken: Alternative Rock, Ska, Punkrock, Jazz, Pow Pow und Reggae, zudem eine Generalpause mit Höhepunkt, Sopranposaunensolo und einen komponierten Schluss (wird nicht ausgeblendet). Es geht um den Ärger mit dem öffentlich rechtlichen Radioprogramm, wofür nicht einzusehen ist, GEZ-Gebühr (=Rundfunkbeitrag) zu zahlen. Produktionsjahr 2006.

Strophe 1
Ihr spielt nur Titel die jeder kennt,
nicht divergent sondern nur im Trend.
Ein Vorrat von tausend Liedern reicht euch zur Genüge.
Statt einer kritischen Redaktion
diktiern Computer die Rotation.
Das ist der Beweis: der Kulturauftrag ist eine Lüge!

Bridge 1
Andauernd nerven die Klassiker.
Sogar One-Hit-Wonder sind,
nachdem die Gruppe sich längst aufgelöst hat,
mit aller Vehemenz noch im Programm.
War erst ein Song zum Hit mutiert
wird er nie wieder ausrangiert.
Ich boykottiere ab sofort den alten Schund
und nenne euch den Grund:

Refrain 1
Ich zahle keine
GEZ-Gebühr
für diese Schweine!
Ich seh nicht ein wofür.
Öffentlich rechtlich
ist das nur auf Papier,
denn täglich steh’n verächtlich
nur Evergreens Spalier.

Sendet mal Hardrock, Alternative und Ska,
Vielleicht auch Darkwave, nicht „Radio Gaga“.
Drum & Bass, Elektro, Industrial und Punk,
Soul und Independent. All das habt ihr im Schrank.
Wo bleibt die Vielfalt?

Strophe 2
Stellt man den klassischen Sender ein
und glaubt, hier könnte es anders sein,
dann züchtet man Kompositionen zu Schlagern der Noten.
Was sonst für Oldies und Dancepop gilt,
bestimmt auch klassisch das Sendebild:
es dudeln nur Hits – bloß Hauptsache man kennt die Toten.

Bridge 2
Sogar der Jazz wird kaputtgeschrumpft
und falls er überhaupt kommt, dann
einmal wöchentlich, spät abends und nachts
wenn garantiert kein Jazz  jemanden stört.
Musik mit abtrünniger Qualität
kommt überhaupt nicht oder spät.
Klassik und Jazz sind meistens
traditionell und altbekannt.
Das ist doch dilettant!

Refrain 2
Ich zahle keine
GEZ-Gebühr
für diese Schweine!
Ich seh nicht ein wofür.
Öffentlich rechtlich
ist das nur auf Papier,
denn täglich stehen verächtlich
nur Evergreens Spalier.

Bringt Komponisten, die Zeitgenossen war’n
und nicht nur Highlights der weltberühmten Namen,
seltenste Werke der etablierten Stars
anstelle der Konzerte, wo jeder denkt:
„Das war’s, immer das gleiche!“

Strophe 3
Zur vollen Stunde die Nachrichten
enthalten permanent Blödsinn, denn:
’ne Meldung mit bloßem Auffüllwert braucht keiner hören.
Volksnahe Themen fall’n immer weg
es sei denn, man kriegt ’nen riesen Schreck.
Politischer Sprengstoff würde nur unnötig stören.

Bridge 3
Es ist zudem auch noch ziemlich dreist,
dass ihr nach außen so tut,
als wär das Geld auch zwingend notwendig
für hohes Niveau im Funk,
doch uns bescheißt!
Es ist ganz offensichtlich wie:
mit Werbegeld der Industrie.
Das streicht ihr euch ja auch noch ein.
Wozu soll’n dann noch die Gebühren sein?

Refrain 3
Ich zahle keine
GEZ-Gebühr
für diese Schweine!
Ich seh nicht ein wofür.
Öffentlich rechtlich
ist das nur auf Papier,
denn täglich stehen verächtlich
nur Evergreens Spalier.

Niemand braucht wissen
mit wem Bill Clinton pennt.
Seitens der Medien ist sowas dekadent.
Ständig Katastrophen,
die keinen interessieren.
Da reichen nicht 3 Strophen
um alles  zu mo-

Coda
nier’n, was so nervt und versagt.
Das muss man endlich inhibier’n!
Es reicht jetzt!

Sopranposaunensolo

Bridge 4
Ein Ausweg ist Campusradio oder das Internet
wo man tatsächlich völlig and’re Musik bekommt,
denn Vielfalt gibt es da zu Hauf.
Bekennt euch zum Kulturauftrag,
(sonst mach ich einen Scherz-Vorschlag).
Er liegt seit langem eh am Boden.
Wisst ihr was? Hebt ihn doch einfach auf…

Refrain 4
Dann zahl ich keine
GEZ-Gebühr
für diese Schweine!
Ich seh nicht ein wofür.
Ich mach euch Beine
steht ihr vor meiner Tür
und sag:“Zieh Leine!
Woanders, nicht bei mir!“

Schluss
Denn die Pflicht zu Kultur,
ist nur noch scheinheilige Makulatur.

Die Altenpflegerin

Sie wurde auserkoren
fürs Heim, wo Greise wohnen.
Der Job wird sie nicht schonen
dank lesbischer Matronen,
die jene gleichfalls pflegen.

Sie muss sich stets aufregen:
nur schuften ohne Pause
bis abends, dann nach Hause,
und murrt: „Ich mach ne Sause,
bloß weg hier!“ So das Ziel.

Sie arbeitet zu viel,
macht abends völlig dicht,
hat schon mal Wechselschicht.
Man trifft sie draußen nicht.
Das ist sozialer Tod.

Der Preis für Lohn und Brot
ist hoch, denn so kann’s neben
der Arbeit ja nichts geben
wofür’s sich lohnt zu leben.
Was soll man dann mit Geld?

Wenn nur die Arbeitswelt
den Alltag ihr diktiert
und sonst auch nichts passiert
(falls nicht ein Greis krepiert),
ist Geld mehr Trost als Lohn.

Das Honorar ist Hohn.
Tagtäglich Arbeitsfrust.
Ekel nimmt ihr die Lust.
Hätt‘ sie das je gewusst…
Nicht mal ein Hobby blieb.

Hat sie denn keiner lieb?
Nein. Sie glaubt fest daran,
ein zukünftiger Mann
entdeckt sie irgendwann,
der wie für sie geboren.

Die Demo-Bemusterung

Jede neue Band, die ihr Demo einem Label schickt
oder sich an den Musikredakteur eines Senders wendet
wird von den bemusterten Adressaten in Debatten verstrickt
warum man ihre Songs besser gar nicht erst sendet
oder warum dem Label oder Verlagchef die Musik nicht gefällt
– falls man überhaupt noch eine Antwort erhält –
und nicht jemand von denen die besten Ideen pfändet.
Freilich wird sich von denen niemand offen outen,
doch im Klartext wird deren Urteil folgendermaßen lauten:

Der Bandsound ist nicht adäquat
und passt bei uns in kein Format.
Die Texte ham richtig Substanz
und sprengen unsre Toleranz,
die eh bloß enge Grenzen kennt.
Das heißt, ihr seid schlicht dissident.

Musik, die so viel Anspruch streift
und keinen Hörer mehr einseift,
weil der dann plötzlich was begreift,
ganz ohne dass ihn jemand kneift,
die ist partout nicht konvergent
mit unsrem A&R-Agent.
Der frönt nämlich dem Markt und Trend,
zumal euch auch noch kein Schwein kennt.
Wie war das gleich, wie ihr euch nennt?

Die Sängerin ist uns zu fett.
So wünscht sich niemand die ins Bett.
Vermarkten lässt sich da auch nicht
ihr reizuntaugliches Gesicht
und ohne dralles Oberteil
wird auch kein Teeny kaufrauschgeil.
Ihr fehlt total ne Portion Sex
(verglichen mal mit Toni Brax).

Nebst Outfit, Image, Rhythmik, Stil
und laienhaftem E-Bassspiel
halten wir von den Melodien auch nicht viel.
Referenzen nur aus der Lokalpresse,
der Rest der Band hat ne Hackfresse.
Bedaure – leider kein Interesse.

Eure Songs sind nichts für breite Massen,
füllen also weder die Regale
noch unsere Hallen oder Kassen.
Unsere Hörwahrnehmung ist ohnehin eine schmale
und deshalb raten wir euch allen,
ihr solltet’s lieber gleich ganz lassen.

O.K. – ihr spielt wirklich überzeugt und mit Herz,
aber nur, wer sich kommerziell beugt (kein Scherz!)
und klar erkennbar auch so klingt,
nicht tiefgründig und nicht kritisch singt
erregt uns’re Aufmerksamkeit
und dazu seid ihr nicht bereit.

Leider fallt ihr aus jeglichem Kriterienraster
und deshalb gibt`s von uns eben keinen Zaster.
Macht euch nichts draus, das ist kein Desaster.
Spielt doch auf Kundgebungen oder dem Straßenpflaster.
Das war`s von unsrer Seite.
Basta!

Tango im Dreivierteltakt

Strophe 1
Die Snare Drum passt perfekt ins Bild
mit dem Rhythmus, der als absolut typisch gilt.
Dazu ertönt noch ein Klavier
und Geige(n) hört man auch noch hier
jetzt auch noch Ziehharmonika!
>>Aha, dann ist ja alles klar.<<
denkt ihr als Tanzschul- oder Turniertanzpaar,
>>Das passt perfekt ins Schema rein,
kann also nur ein Tango sein!<<
Ihr kriegt jedes Klischee, das ihr hören wollt
und wisst trotzdem nicht, wie ihr darauf tanzen sollt.

Chorus 1
Diese ganzen Klischees sind völlig abgeschmackt,
darum steht dieser Tango im Dreivierteltakt!
Tango, Tango, Tango im Dreivierteltakt!

Strophe 2
Jetzt kann man nicht tanzen, weil irgendwas stört,
obwohl sich der Song nur nach Tango anhört.
Nur ein musisches Ohr bringt es an den Tag:
in jedem der Takte fehlt exakt ein Schlag,
weil ich eben auch andere Taktarten mag.
Ein Tango muss doch im Viervierteltakt sein,
sonst passen ja nicht alle Tanzschritte rein?
Also kann dieser Song auch gar kein Tango sein!

Chorus 2
Das Paartanzen hierauf ist wirklich vertrackt,
auf den ersten Tango im Dreivierteltakt!
Tango, Tango, Tango im Dreivierteltakt!

Strophe 3
Im Radio kommt nur noch Einheitsmusik
bei der ich regelmäßig die Krise krieg.
So als gäb’s keine anderen Taktarten mehr
zählt man bei sämtlichen Songs nur bis vier.
Bis in die Formteile herrscht diese Tyrannei.
Das ist mir nicht länger einerlei!
Damit endlich mal was neues passiert
wird jetzt dagegen ankomponiert
und darum zählt man in diesem Song nur bis drei!

Chorus 3
Nur vier Viertel zu hören finde ich voll beknackt!
Und darum komponiere ich einen Tango im Dreivierteltakt!
Tango, Tango, Tango im Dreivierteltakt!

Coda
Was nützen euch Ziehharmonika und Geigen
im Tangorhythmus, penetrant wie ein Marsch?
Ihr könnt nicht drauf tanzen, bleibt steh’n und müsst schweigen
und ihr merkt nun allmählich, dass ich euch verarsch.
Und die Moral von der Geschicht‘:
Traue deinen Ohren nicht!
Es kommt nicht auf die Taktart an,
der Rhythmus ist entscheidend, dann
Klischees der Instrumentation
und fertig ist der Tango schon.

Chorus 4
Dies ist kein Walzer als Tango verpackt, sondern ein
Tango, Tango, Tango im Dreivierteltakt!
Tango, Tango, Tango im Dreivierteltakt!